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Weicheisport.. oder die Sache mit dem Yoga

Seit einigen Jahren (dürften jetzt an die fünf sein, wenn mich nicht alles täuscht), besuche ich regelmäßig die Yogakurse meines Fitnessstudios.

Anfangs war ich skeptisch: Das ist doch Pillepalle. Einen aufschauenden Hund? Ja, den habe ich zu Hause, immer dann, wenn ich etwas aus dem Kühlschrank hole. Und überhaupt, Entspannen? Nee, das ist nichts für mich. Ich bin ein ungeduldiger Mensch, bei mir muss alles schnell gehen. Entschleunigung? Nicht mein Ding.

Tatsächlich habe ich es dann aber doch mal ausprobiert, den Weicheisport. Damals noch ausgerüstet mit einer nach Schweiß stinkenden Matte des Studios und mit einer großen Portion Skepsis über den Effekt dieser Sportart habe ich mich also in den Trainingsraum begeben. Mit mir waren vor allem Frauen anwesend, in meinen Augen ein weiteres Indiz für den nicht gerade vielversprechenden Trainingserfolg.

Die Stunde begann mit Atemtechnik. Kann nicht so schwer sein, dachte ich, atmen, das schaffe ich gerade noch so ohne Anleitung. Weit gefehlt, wie sich herausstellte, denn das bewusste Atmen ist tatsächlich eine Kunst für sich. Wir alle neigen dazu, im Alltag nur flach zu atmen und bei Anstrengung den Atem anzuhalten. Beim Yoga lernt man dagegen, sich genau gegenteilig dazu zu verhalten, wie man es normaler Weise tun würde. Ein Unterfangen übrigens, das sich schwieriger gestaltet, als man vielleicht denkt. Denn das bewusste Atmen erfordert Konzentration, um eben nicht in die internalisierten Muster zurückzufallen.

Nach einer kurzern Aufwärmphase ging es dann auch schon los. Der Kurstrainer schmiss mit Tiernamen um sich, deren Possierlichkeit mit der damit verbundenen Anstrengung nicht standhalten konnte. Ziemlich schnell wurde mir dann auch am eigenen Leib bewusst, warum die blaue Matte so nach Schweiß stank. Ich tropfte wie ein Wasserhahn, den man nicht richtig zugedreht hatte. Meine zitternden Muskeln sprachen darüber hinaus Bände. Soviel zum Thema Weicheisport schmipfte meine vorurteilsbehaftete, aber eines besseren belehrte innere Stimme mit mir. Ich bin in dieser ersten Stunde tatsächlich an die Grenzen meiner körperlichen Leistungsfähigkeit gekommen. Eine Erfahrung, die mir in den letzten fünf Jahren mehr als vertraut geworden ist. 

Wenn mich jemand fragt, wie Yoga so ist, dann sage ich, dass man vor allem lernt, Schmerzen auszuhalten. Klingt jetzt vielleicht für manche von euch übertrieben, aber habt ihr schon mal euren Hüftbeuger gedehnt? Nein? Dann probiert es mal aus.. und ach ja: viel Spaß dabei! ;-) Nein, also jetzt mal im Ernst. Es ist tatsächlich so, dass man viel über sich selbst und seine eigenen Grenzen kennenlernt bei dieser Sportart. Aber (und das ist das Schöne dabei): Diese Grenzen sind ausweitbar. Tatsächlich stellen sich bei regelmäßigem Training sehr rasch Erfolgserlebnisse ein. Ich werde sicherlich niemals zu denjenigen gehören, die sich aus dem Stand heraus in ein Spagat fallen lassen können, aber meine Beweglichkeit hat sich durch Yoga enorm verbessert. Ich wage fast zu behaupten, dass ich heute mit Anfang dreißig beweglicher bin, als ich es mit sagen wir mal fünfzehn war (die zwei in Sport habe ich mir damals auch mit viel Geschick und ausgefeilten Argumenten erdiskutiert!). Und dass Yoga nichts mit einem weichen Ei zu tun hat, das ist mir ja bereits in der ersten Stunde ziemlich deutlich vor Augen geführt worden! 

Ja, das war jetzt fast schon eine kleine Liebeserklärung an einen Sport, den ich in den vergangenen Jahren wirklich zu schätzen gelernt habe. Ich kann es jedem von euch nur empfehlen, selbst einmal auszuprobieren, wenn das Grundinteresse dafür da ist (ist natürlich nicht jedermanns Sache). Denkt an mich, wenn die ersten hüftöffnenden Übungen anstehen, okay?

5.11.13 13:22

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