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Mein Hundeleben.. oder Liebeserklärung an Frauchen

Heute schreibe ich euch mal und nicht mein Frauchen. Hinter diesem ich verbirgt sich Flynn, so heiße ich. Ich bin ein fast zwei Jahre alter Mischlingsrüde (juhu, ich habe bald Geburtstag! GESCHEEENKE her! Am liebsten Fleischwurst, die kauft mir Frauchen so ungern. Ist schon doof, wenn man eine Vegetarierbesitzerin hat.. *seufz*). Ursprünglich stamme ich aus Rumänien. Dort habe ich auf der Straße gelebt, was mich auch die Ecke meines einen Ohres gekostet hat. Glücklicher Weise bin ich aber schnell von einer Tierschutzorganisation aufgegriffen worden und nach Deutschland in ein Tierheim gekommen. Von dort hat mich Frauchen dann adoptiert.

Das war vielleicht eine Aufregung. Erstmal, dass ich von meiner Mama wegmusste, dann die lange Fahrt im Transporter nach Deutschland und dann dieses komische Tierheim. Die Leute dort waren ja nett und haben versucht, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Aber Tierheim bleibt Tierheim. Frauchen hat mich dann aber schnell da rausgeholt. Was war ich durch den Wind. Zwar hatte mich Frauchen vorher schon öfter besucht, aber als ich dann mit ihm mitgehen sollte, das war mir doch nicht so geheuer. An der Leine gehen, das habe ich bis dato nicht gelernt. Und so blieb ich einfach erstmal sitzen (habe ich schon erwähnt, dass ich mit einem Dickkopf gesegnet bin? Der Papa meines Frauchens sagt immer, ich würde deshalb perfekt zu ihm passen. Was er damit wohl meint??). Na ja, irgendwie hat mich Jennifer dann in ihr Auto bugsiert und dann ging die wilde Fahrt auch schon los. Obwohl sie wirklich vorsichtig gefahren ist an dem Tag (ich kann das beurteilen, denn die Vorsicht lässt sie schon lange nicht mehr walten), habe ich Jennifer erst einmal ins Auto gekotzt. Die ganze Aufregung, die neuen Gerüche, das war zuviel. Aber sie hat nicht geschimpft, sondern mich in mein neues Zuhause gebracht (wobei geschleift besser passt, denn wie gesagt, das Laufen an der Leine war damals nicht gerade meine Kür). Dort war ich total baff: Ein eigenes tolles, weiches Körbchen. Ganz für mich alleine. Und Spielzeug, so viel Spielzeug. Das musste ich gleich mal inspizieren und hinsichtlich seiner Zerstörbarkeit testen. Ich zerstöre ziemlich gerne. Ein neues Kuscheltier ist erst dann interessant für mich, wenn es zerlegt ist, sprich, ich alle Innereien in Form von Watte oder Quietschknöpfen beseitigt habe. Nur ein totes Kuscheltier ist ein gutes Kuscheltier. Das handhabe ich übrigen auch regelmäßig mit meinem Körbchen so oder mit der Unterwäsche und den Socken von Jennifer. Am besten, wenn diese benutzt sind. Sonst macht es ja nur halb so viel Spaß. Intimsphäre? Fehlanzeige. Ich leiste Frauchen übrigens auch wahnsinnig gerne Gesellschaft, wenn sie auf dem Klo sitzt oder unter der Dusche steht (wobei hier mit Sicherheitsabstand. Wasser von oben, darauf stehe ich ja nicht so). Aber ihr braucht jetzt gar nicht so zu gucken, mein Frauchen ist schließlich auch immer dabei, wenn ich mein Geschäft erledige. Gleiches Recht für alle, jawohl!

So ein Hundeleben kann aber auch ganz schön anstrengend sein. Ständig nervt mich Frauchen damit, Fotos von mir schießen zu wollen. Sie quietscht dann immer vor Entzücken, weil ich doch ach so süß wäre. Das zahle ich ihr dann aber regelmäßig beim Gassigehen heim, indem ich mir mein Spezialparfüm in Form jedweger Ausscheidungen anderer Tiere auflege. Das mache ich, indem ich mich in selbigen wälze. Dann sind die Zuschreibungen, die ich von Jennifer zu hören bekomme, fernab von süß, niedlich und putzig. Hähä!

Außerdem nervt mich Jennifer auch mit ihren ständigen Erziehungsversuchen, die leider i.d.R. sehr konträr sind zu meiner Vorstellung unserer Beziehungsgestaltung. So kann ich einfach nicht verstehen, warum ich keine Vögel, Hasen, Rehe, Eichhörnchen, Jogger etc. jagen soll. Die laufen von mir weg, also ich hinterher, oder warum auch nicht? Aber sie kapiert es einfach nicht! Was sie auch nicht begreifen will ist, dass ich manchmal halt ein bisschen Zeit brauche, ehe ich zu ihr kommen kann, wenn sie mich ruft. Da gibt es so viele schöne Gerüche, die ich zwischendurch noch aufnehmen muss und halt.. Da war doch auch noch etwas.. Und da raschelt etwas im Gebüsch.. Äh? Frauchen? War was?


Im Großen und Ganzen bin ich aber über meine Erziehungserfolge hinsichtlich ihrem Verhalten mir gegenüber ganz zufrieden. Ich darf immer viel mit ihr kuscheln (ich liebe es, in ihrer Arm- oder Halsbeuge zu liegen und ehrlich gesagt glaube ich, sie liebt es auch). Ich darf fast immer mitgehen, wenn Jennifer sich mit Freunden trifft, ich darf sogar bei ihr im Bett schlafen (aber pscht, nicht weiter sagen). Außerdem war ich schon öfter mit Jennifer im Urlaub. Manchmal ist auch die Mimi dabei, meine Lieblingstante. Das ist ein Spaß mit den beiden Mädels und ich zwischendrinnen. Jennifer sagt dann öfter zu mir, ich sei ein Pascha. Keine Ahnung, was sie damit meint. Doch, wenn ich es mir so überlege, ich glaube, ich habe es ziemlich gut getroffen mit meinem Frauchen.

Jennifer sagt zwar öfter, dass ich bestimmt zurück ins Tierheim wollen würde, wenn sie mal wieder Strenge und Konsequenz heraushängen lässt, Aber tatsächlich ist das natürlich nicht der Fall. Hier bin ich zu Hause, hier gehöre ich hin. Und ich bin mir sicher, ihr stimmt mir zu, wenn ich behaupte, dass wir ein tolles Team sind.

So, genug der Sentimentalitäten. Ihr werdet ganz bestimmt bald wieder von mir hören, schließlich führe ich ein aufregendes Hundeleben und da gibt es viel zu berichten!

Bis bald, 

euer Flynn

 

 

7.11.13 22:08

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