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Ein Monat lang vegan im Selbstversuch.. oder.. darf ich das essen?

Der Monat Januar stand für mich ganz unter dem Zeichen "gute Vorsätze für das neue Jahr". Ich hatte mir vorgenommen, mich 31 Tage lang vegan zu ernähren und herauszufinden, welche Anteile davon ich in meinen Alltag intergieren möchte.

Der Anfang stellte schon eine Umstellung dar, obwohl ich bereits seit knapp 20 Jahren Vegetarierin bin und auch nur Sojamilch bzw. -joghurt konsumiere. Es galt also vor allem, Käse, Schokolade (waaaaaaahaaaaa) und Produkte, in denen Tiereiweiße verarbeitet wurden, zu ersetzen. Gerade an das Thema "veganen Käse" habe ich mich anfangs überhaupt nicht herangetraut. Leider musste ich am eigenen Leib erfahren, dass viele Ersatzprodukte einfach nicht schmecken. Aber letzten Endes habe ich dann eine Käsesorte gefunden, die nicht nur akzeptabel war, sondern sogar richtig gut und damit eine echte Alternative. Leider sind die veganen Ersatzprodukte i.d.R. irre teuer. Wenn man also bspw. vorgefertigte Tofu- oder Sojabratlinge auf den Speiseplan setzen möchte, muss man schon gewillt sein, etwas tiefer in den Geldbeutel zu greifen.

Das ist in meinen Augen ein großer Minuspunkt der veganen Ernährung: dass sie wirklich kostspielig ist. Natürlich kann man die Kosten reduzieren, indem man möglichst viel selbst macht und frisch kocht. Aber dazu fehlte mir häufig einfach die Muse und auch die Zeit. Ich habe versucht, den berühmten goldenen Mittelweg einzuschlagen und bin damit glaube ich auch ganz gut gefahren. Auf der anderen Seite muss man sich halt auch immer überlegen, wo man sparen möchte und wo nicht. Ernährung und damit die eigene Gesundheit sollte dabei nicht an erster Stelle stehen..

Eine Situation, in der ich allerdings gerade hinsichtlich Gesundheit sprichwörtlich ins Klo gefasst habe während dieses veganen Monats, ergab sich an dem Stand mit Backwaren: Alle Vollkornbrötchen oder Körnerbrötchen hatten einen Milchanteil. Für mich blieb dann lediglich der "Wasserweck" aus Weißmehl. Herzlichen Glückwunsch. Den Tieren etwas Gutes getan, nicht dafür dem Körper. Das hat mich schon ziemlich geärgert. Der Aspekt der eigenen Gesundheit geht jedoch noch weiter und das finde ich wirklich erschreckend: Viele Produkte aus dem Veganregal tragen kein Bio-Siegel, sind dafür aber reich angefüllt mit künstlichen Zusatzstoffen (E-Stoffen). 100 Punkte auf dem Karmakonto, -100 Punkte auf der eigenen Gesundheitsskala.

In diesem Bereich sehe ich noch großen Handlungsbedarf, denn das kann nicht die Alternative zum Tierschutz sein, dass man seinem eigenen Körper dann chemische Ersatzstoffe zuführt. Schade, aber wahrscheinlich muss sich hier einfach noch die Nachfrage und damit das Angebot steigern. Als ich damals Vegetarierin wurde, war man auf diese Ernährungsform auch noch nicht wirklich eingestellt, weder im Restaurant, noch im Supermarkt. Ich denke, dieses Szenario ist übertragbar auf die heutigen Veganer. Es gibt Alternativen, es gibt auch gesunde Alternativen, aber nicht überall und häufig sind Auswahlmöglichkeiten ziemlich eingeschränkt.

Aber jetzt kommen wir mal zu den guten Seiten: Ich habe mich in den letzten Tagen noch intensiver als ich es ohnehin schon vorher getan habe mit meiner Ernährung auseinander gesetzt. Und auch die Verdauung dankt einem das tiereiweißfreie Essen (das würde ich jetzt gerne so stehen lassen, ohne nähere Erläuterungen anzuführen). Die beschworenen Effekte, abzunehmen oder fitter zu werden, sind bei mir übrigens leider ausgeblieben. Grundsätzlich habe ich mich also nicht viel besser, aber auch nicht schlechter als vorher gefühlt.

Und die Konsequenz? Nun, was mache ich mit diesen Erfahrungswerten (die übrigens selbstredend absolut subjektiv sind)? Ich werde in Zukunft immer dann auf vegane Alternativen zurückgreifen, wenn diese in meinen Augen ausgewogene Alternativen bilden. Bei Produkten, bei denen die vegetarische Form die für mich gesündere ist (siehe Weißmehl vs. Vollkornmehl, Bioqualität und Zusatzstoffe), wird es auch diese bleiben. Denn ja, ich will Tiere schützen und die Umwelt nicht übermäßig belasten durch meine Essgewohnheiten. Aber ich will auch den Anspruch an eine gesunde, ausgewogene Ernährung nicht aus den Augen verlieren..

6.2.14 14:59

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Viola (6.2.14 23:29)
Ich finde es sehr gut, dass du das Ganze auch von der kritischen Seite beleuchtest. Ein vollkommen vegane Ernährungsweise wird momentan nicht zuletzt auch deshalb erschwert, weil Zusatzstoffe oder Aromen vermeintlich "veganer" Produkte tierischen Ursprungs sein können. Bei verarbeiteten Lebensmitteln muss man also sehr auf die Kennzeichnung achten. Nur explizit als vegan beworbene Produkte dürfen keine tierischen Bestandteile enthalten. Finde ich persönlich ganz spannend: http://www.lebensmittelklarheit.de/cps/rde/xchg/lebensmittelklarheit/hs.xsl/3730.htm

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